Shopify ist schnell aufgesetzt – und schnell falsch aufgesetzt
Das System nimmt Ihnen viel Technik ab. Dafür setzt es Grenzen, die man kennen muss, bevor man den Shop baut, und nicht danach.
Shopify ist für viele österreichische Händler die pragmatische Wahl: gehostet, stabil, mit funktionierendem Kassenprozess. Die Kehrseite sind Vorgaben, die sich nicht verhandeln lassen – bei URL-Strukturen, bei der Behandlung von Tags und Filtern, bei der Marktkonfiguration. Hinzu kommt eine österreichische Besonderheit: Viele Shops übernehmen deutsche Vorlagen für Rechtstexte, Widerrufsbelehrung und Versandbedingungen. Sprachlich passt das, rechtlich nicht.
Sammlungen als Hauptbühne
Auch bei Shopify liegt die Nachfrage auf den Sammlungsseiten, nicht auf Produktseiten.
Tags und Filter steuern
Shopify erzeugt sonst Tausende indexierbare URLs mit nahezu identischem Inhalt.
Österreichische Rechtstexte
Rücktrittsrecht, Gewährleistung und Impressum nach österreichischem Recht, nicht aus deutschen Vorlagen.
Euro mit korrekter USt-Logik
Preisauszeichnung und strukturierte Daten müssen übereinstimmen.
Apps auf Ladezeit geprüft
Jede Erweiterung lädt Code – wir messen den Beitrag jeder einzelnen.
Was Shopify vorgibt – und was das bedeutet
Shopify legt URL-Muster fest, die sich nicht ändern lassen. Produkte sind zusätzlich über Sammlungspfade erreichbar, was ohne saubere Kanonisierung dieselbe Seite mehrfach adressierbar macht. Das ist beherrschbar, muss aber bewusst eingerichtet werden.
Ähnliches gilt für Tags. Sie sind praktisch für die interne Organisation und erzeugen zugleich Seiten, die indexiert werden können. In größeren Shops entstehen so schnell Tausende URLs mit nahezu identischem Inhalt – ein Crawl-Budget-Problem und eine Quelle interner Konkurrenz.
Der österreichische Rechtsteil
Der häufigste Fehler österreichischer Shopify-Shops ist die Übernahme deutscher Vorlagen. Sie sind sprachlich korrekt und im österreichischen Rahmen an mehreren Stellen falsch.
Zu prüfen sind insbesondere:
- ✓Impressum nach ECG mit allen geforderten Angaben, inklusive Firmenbuchnummer und UID
- ✓Offenlegung nach Mediengesetz
- ✓Rücktrittsrecht nach Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz statt deutscher Widerrufsbelehrung
- ✓Gewährleistung nach österreichischem Recht
- ✓Umsatzsteuer korrekt ausgewiesen, auch bei Lieferung nach Deutschland
- ✓Versandkosten und Lieferzeiten realistisch je Zielland
Bestehenden Shop übernehmen oder neu bauen
Wir übernehmen bestehende Shops häufiger, als wir neue bauen. Der Grund ist wirtschaftlich: Ein laufender Shop hat Rankings, Bewertungen und Verlinkungen, die ein Neubau gefährdet.
Wir beginnen mit einer Bestandsaufnahme – Ladezeit, App-Bestand, Sammlungsstruktur, Indexierungszustand, Rechtstexte und Datenqualität – und leiten daraus ab, was sich mit vertretbarem Aufwand verbessern lässt.
Häufige Fragen
Nein. Rücktrittsrecht, Gewährleistung und Impressumsangaben unterscheiden sich. Die Anpassung gehört an den Anfang.
Es zählt nicht die Anzahl, sondern der geladene Code. Wir messen den Beitrag jeder App und entfernen, was mehr kostet als es bringt.
Wenn Sie es können und wollen, ja – dann aber als eigener Markt mit passenden Rechtstexten und Lieferzeiten.
Ja, in Abstimmung mit Ihrem Team oder Ihrer bestehenden Agentur.
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