SEO & GEO Glossar · 13. Juni 2026
KI-Texte: Wo sie helfen und wo sie schaden
Sprachmodelle sind in der Inhaltsproduktion nützlich – für Recherche, Gliederung und Prüfung. Als Textlieferant sind sie problematisch, und im österreichischen Markt aus einem zusätzlichen Grund.
Wofür sie gut sind
- Recherche und erste Sichtung eines Themenfelds
- Gliederungsvorschläge, die man kritisch prüft
- Prüfung, ob eine Argumentation Lücken hat
- Umformulierung eigener Texte in eine klarere Struktur
- Erzeugung von Fragenlisten für die Inhaltsplanung
- Übersetzung als Grundlage – mit anschließender Prüfung
Das österreichische Problem
Sprachmodelle greifen bei deutschsprachigen Inhalten überwiegend auf deutsches Material zurück. Die Folge: Sie produzieren systematisch deutsche Begriffe und Rechtsverweise – Handelsregister statt Firmenbuch, Widerrufsrecht statt Rücktrittsrecht, IHK statt Wirtschaftskammer.
Ein ungeprüfter generierter Text über Gewerbeanmeldung, Gewährleistung oder Impressumspflicht ist für den österreichischen Markt nicht nur sprachlich fremd, sondern fachlich falsch. Das ist der stärkste praktische Grund, generierte Inhalte hier nicht ungeprüft zu veröffentlichen.
Das grundsätzliche Problem
Generierte Texte sind austauschbar. Sie enthalten, was in den Trainingsdaten häufig vorkam – also das, was alle anderen auch schreiben. Für ein Ranking, das auf Unterscheidbarkeit beruht, ist das die falsche Ausgangslage.
Was ein Modell nicht liefern kann, ist genau der Teil, der Ihren Text von allen anderen unterscheidet: Ihre Erfahrungswerte, Ihre Zahlen, Ihre Fälle. Dieser Teil ist gleichzeitig der, der für Zitierfähigkeit in generativen Systemen entscheidet.
Was Google dazu sagt
Google bewertet nach eigener Aussage nicht die Entstehungsart, sondern die Qualität. Praktisch heißt das: Generierte Inhalte sind nicht per se ein Problem, generierte Massenware ohne eigenen Beitrag schon. Die Richtlinien richten sich gegen Inhalte, die primär für Suchmaschinen produziert wurden – und das trifft auf ungeprüfte Massenproduktion regelmäßig zu.
Ein praktikabler Ablauf
- Suchabsicht und Gliederung selbst bestimmen
- Modell für Recherche und Strukturvorschläge nutzen
- Fachgespräch mit der zuständigen Person im Haus
- Text schreiben – mit eigenen Zahlen, Fällen und Einschränkungen
- Fachliche Prüfung, insbesondere aller Rechts- und Behördenbegriffe
- Autorenangabe und Aktualisierungsdatum setzen
Häufige Fragen
- Erkennt Google KI-Texte?
- Die Erkennung ist unzuverlässig, und Google bewertet nach eigener Aussage die Qualität, nicht die Entstehungsart. Praktisch fallen austauschbare Inhalte trotzdem zurück.
- Dürfen wir Modelle für Übersetzungen nutzen?
- Als Grundlage ja, ungeprüft nein. Gerade Rechts- und Behördenbegriffe brauchen eine Kontrolle.
- Was ist der größte Fehler?
- Ungeprüfte Veröffentlichung – im österreichischen Markt vor allem wegen der falschen Rechts- und Behördenbegriffe.
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