SEO & GEO Glossar · 26. April 2026
Digitale Pressearbeit: Erwähnungen statt Pressemitteilungen
Pressemitteilungen über Portale zu verteilen ist ein etablierter Reflex mit geringer Wirkung. Was tatsächlich Sichtbarkeit erzeugt, sind Erwähnungen in Medien mit eigener Redaktion – und die entstehen anders.
Warum Verteilerportale wenig bringen
Die Verlinkungen aus Presseportalen sind für Suchmaschinen erkennbar als Verteilungsergebnis und entsprechend gering gewichtet. Die Reichweite ist meist minimal, und der Text erscheint identisch auf Dutzenden Portalen – also als Duplikat.
Der Nutzen liegt allenfalls in der Auffindbarkeit für Menschen, die gezielt nach Unternehmensmeldungen suchen. Als Sichtbarkeitsinstrument taugt es kaum.
Was wirkt
- Fachbeiträge in Branchenmedien: eigene Inhalte mit Autorennennung
- Expertenzitate: Bereitschaft, Journalisten zu Fachfragen Auskunft zu geben
- Eigene Daten: Auswertungen, die Medien aufgreifen können
- Regionale Medien: bei Anlässen mit echtem Nachrichtenwert
- Verbandspublikationen: über die WKO-Sparten oft leichter zugänglich als überregionale Medien
Eigene Daten als Zugang
Der wirksamste und am wenigsten genutzte Weg. Fast jedes Unternehmen sitzt auf Daten, die für eine Branche interessant wären: Auswertungen aus dem eigenen Geschäft, Beobachtungen über Zeit, Vergleiche zwischen Regionen oder Segmenten.
Eine sauber aufbereitete Auswertung mit Methodenbeschreibung ist für Fachmedien attraktiv, weil sie Inhalt liefert statt Werbung. Und sie ist gleichzeitig ein Inhalt, der auf der eigenen Website zitiert wird – von Medien ebenso wie von generativen Systemen.
Was einen Nachrichtenwert ausmacht
| Anlass | Nachrichtenwert |
|---|---|
| Eigene Datenauswertung | Hoch, wenn methodisch sauber |
| Standorterweiterung mit Arbeitsplätzen | Regional hoch |
| Fachliche Einordnung zu aktuellem Thema | Hoch bei schneller Reaktion |
| Personalwechsel in der Führung | Mittel |
| Neues Produkt | Gering ohne besonderen Aspekt |
| Jubiläum | Gering |
Der Nutzen für die Sichtbarkeit
Eine Erwähnung in einem redaktionellen Medium wirkt dreifach: als Verlinkung mit echtem Gewicht, als Erwähnung, die die Entität stützt, und als Anlass für Suchanfragen nach Ihrem Namen.
Wichtig ist die Nachverfolgung: Erwähnungen ohne Verlinkung sind der günstigste Hebel überhaupt – eine freundliche Nachfrage genügt in vielen Fällen.
Realistischer Aufwand
Zwei bis drei Ansätze pro Jahr, sorgfältig vorbereitet, wirken mehr als zwölf Pressemitteilungen. Für die meisten österreichischen KMU ist der Zugang über Fachmedien der Branche und über die WKO-Sparten realistischer als über überregionale Tageszeitungen.
Häufige Fragen
- Lohnen sich Presseportale?
- Für die Sichtbarkeit kaum. Der Aufwand ist besser in Fachmedien und eigene Datenauswertungen investiert.
- Wie kommt man an Fachmedien?
- Über die Fachgruppe der Wirtschaftskammer, über Branchenverbände und durch direkte Ansprache der Redaktionen mit einem konkreten Themenvorschlag.
- Was macht man mit unverlinkten Erwähnungen?
- Freundlich nachfragen. Das ist der günstigste Hebel im gesamten Linkaufbau.
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