SEO & GEO Glossar · 15. Mai 2026
Recruiting-SEO: Sichtbarkeit für Bewerbende
Im österreichischen Fachkräftemarkt ist die Sichtbarkeit für Bewerbende häufig wertvoller als die für Kundschaft – und sie wird fast nie systematisch bearbeitet.
Warum es ein eigenes Projekt ist
Bewerbende suchen anders als Kundschaft. Sie suchen nach Berufsbezeichnung plus Ort, nach Arbeitgebern in einer Region, nach Arbeitsbedingungen und nach Antworten auf Fragen, die auf keiner Kundenseite stehen: Wie sind die Arbeitszeiten? Gibt es Homeoffice? Wie ist die Entlohnung eingestuft?
Diese Nachfrage wird von der üblichen Website-Struktur nicht bedient. Eine Karriereseite mit drei Sätzen und einem PDF-Link ist dafür zu wenig.
Strukturierte Stellenanzeigen
Stellenanzeigen lassen sich mit strukturierten Daten auszeichnen und erscheinen dann in der Stellensuche von Google. Das ist einer der wenigen Bereiche, in denen eine technische Maßnahme unmittelbar Sichtbarkeit erzeugt.
Erforderlich sind unter anderem Berufsbezeichnung, Beschreibung, Arbeitsort, Beschäftigungsart, Veröffentlichungsdatum und Gültigkeitsdauer. In Österreich gehört zusätzlich die Angabe des kollektivvertraglichen Mindestentgelts in die Anzeige – sie ist rechtlich vorgeschrieben und wird von Suchenden ausdrücklich gesucht.
Was Bewerbende tatsächlich fragen
- Wie ist die Entlohnung eingestuft, und gibt es Überzahlung?
- Wie sind die Arbeitszeiten geregelt, gibt es Gleitzeit?
- Ist Homeoffice möglich, in welchem Umfang?
- Wie läuft der Bewerbungsprozess ab, wie lange dauert er?
- Wie groß ist das Team, wer wären die Kolleginnen und Kollegen?
- Welche Weiterbildung gibt es?
- Wie ist die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln?
Diese Fragen werden auch generativen Systemen gestellt. Wer sie beantwortet, wird bei Fragen nach Arbeitgebern in der Region genannt.
Die Karriereseite als Inhaltsprojekt
Eine wirksame Karriereseite hat mehr als eine Stellenliste: Angaben zu Standort und Team, echte Fotos aus dem Betrieb, Aussagen zu Arbeitszeit und Weiterbildung, eine Beschreibung des Bewerbungsablaufs mit Zeitrahmen und Ansprechpersonen mit Namen und Gesicht.
Das ist derselbe Aufwand wie eine gute Leistungsseite – und in Regionen mit angespanntem Arbeitsmarkt oft die wirtschaftlichere Investition.
Der lokale Bezug
Bewerbende suchen nach Arbeitgebern in ihrer Region. Ein vollständiges Google-Unternehmensprofil mit korrekten Angaben zu Standort, Größe und Tätigkeit ist deshalb auch für die Personalgewinnung relevant – ein Nebennutzen der Local-SEO-Arbeit, der selten mitgedacht wird.
Häufige Fragen
- Müssen wir das Gehalt nennen?
- In Österreich ist die Angabe des kollektivvertraglichen Mindestentgelts in Stellenanzeigen vorgeschrieben. Ein Hinweis auf Überzahlungsbereitschaft ist üblich.
- Lohnen sich strukturierte Daten für Stellenanzeigen?
- Ja. Sie sind Voraussetzung für die Anzeige in der Google-Stellensuche.
- Reicht ein PDF mit der Ausschreibung?
- Nein. Ein PDF ist schlecht auszeichenbar und für die Stellensuche unbrauchbar. Jede Stelle braucht eine eigene Seite.
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