Zum Inhalt springen
DESATIV
Zurück zum Glossar

SEO & GEO Glossar · 13. Juli 2026

Suchvolumen in Österreich: Warum deutsche Zahlen systematisch täuschen

Der häufigste methodische Fehler bei österreichischen SEO-Projekten ist die Verwendung deutscher Suchvolumina. Die Zahlen sind um ein Vielfaches höher, die Wettbewerbslage ist eine andere, und ein Teil der Begriffe existiert hier gar nicht.

Die Größenordnung

Deutschland hat rund zehnmal so viele Einwohner wie Österreich. Ein Begriff mit tausend monatlichen Suchanfragen in Deutschland liegt hier oft im niedrigen dreistelligen, bei Nischenbegriffen im zweistelligen Bereich – und damit unterhalb dessen, was Werkzeuge zuverlässig ausweisen.

Das führt zu einem systematischen Problem: Hochrelevante Begriffe werden mit null angezeigt. Wer nur nach ausgewiesenem Volumen priorisiert, verwirft genau die Anfragen, hinter denen Aufträge stehen.

Der DACH-Fehler

Viele Werkzeuge bieten eine DACH-Einstellung an. Sie mischt drei Märkte mit sehr unterschiedlicher Größe – und liefert damit Zahlen, die für keinen davon stimmen. Weil Deutschland die Grundgesamtheit dominiert, entsprechen DACH-Werte faktisch deutschen Werten.

Für österreichische Projekte muss die Einstellung auf Österreich und google.at lauten. Das klingt trivial und wird trotzdem regelmäßig übersehen – erkennbar an Strategiepapieren mit Volumenangaben, die für Österreich unplausibel hoch sind.

Bessere Quellen

  • Search Console: zeigt reale Anfragen mit realen Einblendungen – die einzige Quelle ohne Schätzung
  • Suchbegriffsbericht aus Google Ads: zeigt, welche Anfragen tatsächlich zu Klicks und Abschlüssen führten
  • Der eigene Vertrieb: in welchen Worten beschreiben Interessenten ihr Problem?
  • Interne Suche: was suchen Besucher auf Ihrer Website vergeblich?
  • Ähnliche Fragen bei Google: die aufklappbaren Fragen unterhalb der Ergebnisse

Priorisieren ohne Volumen

Wenn das Volumen unbekannt ist, entscheidet der Wert eines Auftrags. Die praktische Frage lautet: Wie viele zusätzliche Anfragen im Jahr würden den Aufwand rechtfertigen? Bei einem Deckungsbeitrag im vierstelligen Bereich sind das oft weniger als zehn – und dafür genügt ein Begriff, den kein Werkzeug ausweist.

Ergänzend hilft ein Blick auf die tatsächliche Ergebnisseite: Wer dort steht, wie gut die Inhalte sind und ob überhaupt jemand die Frage vollständig beantwortet. Ein Feld ohne gute Antwort ist ein Feld mit Nachfrage.

Der Wettbewerbsvorteil kleiner Märkte

Was zunächst wie ein Nachteil aussieht, ist häufig einer: Weil die Volumina klein sind, investieren viele Anbieter nicht. Der Wettbewerb um österreichische Nischenanfragen ist oft deutlich dünner als in Deutschland – und die Abschlussquoten sind höher, weil die Anfragen spezifischer sind.

Häufige Fragen

Welche Werkzeuge liefern brauchbare österreichische Daten?
Die gängigen Anbieter unterstützen Österreich, weisen aber viele Begriffe mit null aus. Ergänzen Sie sie immer um Search-Console- und Ads-Daten.
Sollen wir auch deutsche Begriffe abdecken?
Nur wenn Sie den deutschen Markt tatsächlich bedienen. Sonst ziehen Sie Besucher an, die nicht bei Ihnen kaufen können.
Was tun bei Begriffen ohne ausgewiesenes Volumen?
Nach Auftragswert entscheiden statt nach Zahl. Gerade dort ist der Wettbewerb dünn.

Diesen Hebel für dein Wachstum nutzen?

Wir setzen SEO- und GEO-Strategien um, die messbar wirken. Sichere dir ein kostenloses Erstgespräch.